Raumakustiksystem VIVACE

  
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In Räumen mit zu geringem Volumen oder zu hoher Bedämpfung entsteht für die Darbietung klassischer Musik ein Defizit in der Nachhallenergie im Raum. Die Darbietung wird trocken und stumpf. Besonders für die Musiker selbst ist eine solche Atmosphäre unbefriedigend.
Generell wird Musik ohne Nachhall als unnatürlich empfunden. Musik, die im Studio produziert oder live dargeboten wird, wird in der Regel elektronischer Nachhall zugemischt. Das entspricht der Erwartung des Zuhörers und wird deshalb im normalen Rahmen nicht bewusst wahrgenommen. Je nach Geschmack oder Erwartung kann dieser Nachhallanteil höher oder niedriger sein.



Bei der Darbietung klassischer Musik ist der Raum das "Instrument", das den musikalischen Klang formt. Das Maß an Nachhall und dessen klangliche Qualität ist im Raum praktisch festgeschrieben und kann normalerweise nicht verändert werden. Hier stellt sich schnell die Frage nach einer optimalen Nachhallzeit. Diese existiert nicht. Jede Darbietungsform und auch jede Raumgröße erfordert einen bestimmten Anteil an Nachhallenergie, um konform zum Musikstil und zur Raumgröße zu sein. Räume, die für multifunktionale Nutzung gedacht sind, können hierbei grundsätzlich nicht allen Anforderungen gerecht werden, da jede Art der Aufführung oder Darbietung ihre eigenen Anforderungen stellt. Ein Raum oder Saal, der bei multifunktionaler Nutzung erstrangig für Sprache optimiert ist, kann ohne weitere Eingriffe keine optimale Konzertakustik für klassische Musik bieten. Beides schließt sich gegenseitig aus.

Einzigartiger Hörgenuss setzt sich aus vielen Facetten zusammen. Dazu zählen ein begnadeter Komponist, eine gelungene Partitur, ein interpretierfreudiger Dirigent, ein gut eingespieltes Orchester, Solokünstler von Weltklasse und vor allem eine herausragende SaalaAkustik.
Aber gibt es überhaupt ein Klangideal, einen Traumklang? Oder existiert diese Welt nur in unserer Vorstellung? Einen Lösungsansatz für optimalen natürlichen Sound Klang bietet unser elektronisches Raumakustiksystem VIVACE.

VIVACE verbessert den Raumklang, ohne ihm seine individuelle Charakteristik zu nehmen ihn zu verändern. Dabei bleibt die einzigartige Raumakustik erhalten, Stärken werden hervorgehoben, Schwächen ausgeglichen. Ein runder, lebendiger Ton entsteht, der für die nötige Balance zwischen individuellem und perfektem Klang sorgt. Das führt zu einem unvergesslichen Hörerlebnis.

Für VIVACE bildet die Akustik des bestehenden Raumes immer die Grundlage für die Gestaltung der Raumakustik - gleichsam einer bereits farbigen Leinwand eines Kunstmalers. Mit zielgenau eingesetzter zusätzlicher Schallenergie fügt VIVACE je nach Bedarf einzelne, feine Pinselstriche hinzu oder zeichnet ganze Konturen neu. Zur Erzeugung dieser zusätzlichen Reflexionen arbeitet VIVACE mit Aufnahmen anderer, akustisch ausgezeichneter Räume, Konzertsäle oder Kirchen und mit klangneutralen Impulsantworten.

Mit Hilfe des Vivace Prozessors lässt sich die Nachhallzeit inklusive der frühen Nachhallanteile ohne klangliche Einbußen mehr als verdoppeln. Der Prozessor unterstützt gleichzeitig 64 Eingangskanäle und 128 Ausgangskanäle, über die MADISchnittstelle können bis zu 192 Eingangs- und 192 Ausgangskanäle angeschlossen werden.



Über primäre Bühnenmikrofone und sekundäre Raummikrofone wird das Raumsignal aufgenommen. Im internen patentierten Signalprozessing können dabei bis zu 32 Mikrofonsignale unabhängig und in mehreren unabhängigen Prozessorebenen verarbeitet werden. Vier interne Hauptverarbeitungs-Engines und 32 Zusatz-Engines erzeugen dabei über komplexe Faltungsalgorithmen bis zu 64 unterschiedliche dekorrelierte Ausgangssignale, die mittels Delay- und Pegelrouting auf die angeschlossenen Lautsprecher verteilt werden.

Im Prozessor wird eine Vielzahl an frühen Reflexionen, komplexe und in ihrer Zusammensetzung genau einstellbare frühe und mittlere Nachhallanteile und ein statistischer später Nachhallanteil erzeugt. Die Zusammensetzung dieser Anteile ist für jeden der 64 (bzw. 128) Ausgänge individuell einstellbar.

Die Signalbearbeitung basiert auf Faltungsalgorithmen deren Basisimpulsantworten frei definiert werden können. Einstellparameter sind dabei Klang, zeitliche Abfolge und Pegelstruktur der jeweiligen individuellen Reflexionsfolgen. Impulsantworten können beliebig editiert und an die Bedürfnisse der jeweiligen Installation angepasst werden.



Der Raumakustikprozessor kann vollständig redundant aufgebaut werden und besteht dann aus zwei parallel betriebenen redundanten Prozessoreinheiten, die als baugleiche Geräte mit vollständig paralleler Signalverarbeitung ausgeführt sind.

Die Steuerung erfolgt über Ethernet. Beide redundanten Prozessoreinheiten werden unabhängig von der Watchdog-Funktion ununterbrochen über Ethernet überwacht.

Die raumakustischen Einstellungen werden während der Inbetriebnahme des Systems in Presets abgespeichert und sind über das Netzwerk abrufbar. Der Prozessor kann über eine Routerverbindung mit dem Internet fernüberwacht werden. Servicefunktionen, Fernwartung und Online-Unterstützung können optional vereinbart werden.



Nach der Einmessung stehen eine beliebige Anzahl an Presets mit unterschiedlicher Klangcharakteristik für verschiedenste Anforderungen von der Solistenprobe bis zum Chorkonzert zur Verfügung.
Die Auswahl der Presets erfolgt über eine Webbrowser App über WLAN mit jedem netzwerkfähigen Gerät (z.B. Android, iPhone, iPad, Windows Tablet oder Notebook). Die App ist passwortgeschützt, so dass ein unbefugter Zugang ausgeschlossen ist. Das zu nutzende WLAN, IP-Adressen und das App-Passwort können durch den Nutzer festgelegt werden.





Systemaufbau

Verwendet werden VIVACE-zertifizierte Lautsprecher und Miniaturmikrofone, jeweils erhältlich in weiß oder schwarz. Die Mikrofone haben eine Länge von 34 mm bei einem Durchmesser von 12 mm. Sie werden üblicherweise direkt unter der Raumdecke installiert und sind kaum wahrnehmbar.
Die Anzahl und Größe der verwendeten Lautsprecher richtet sich nach der Raumgröße und der Deckenhöhe. Es werden Systeme der Größe 5" bis 12" mit Abmessungen von ca. 20 x 20 cm bis 50 x 50 cm verwendet. Diese sind ebenfalls in schwarz oder weiß erhältlich, gegen Aufpreis ist jeder RAL-Ton lieferbar.

Nur durch eine Vielzahl von im Raum verteilt installierten Einzellautsprechern ist eine homogene und unauffällige akustische Integration in den Raum möglich. Praktisch sind das mindestens ca. 20 Lautsprecher in kleinen Räumen und bis zu 60 und mehr Lautsprecher in großen Sälen. Für Bereiche mit geringer Deckenhöhe, z.B. unter Balkonen, sind auf Grund des geringen Hörabstandes zusätzlich eine höhere Anzahl kleinerer Lautsprecher erforderlich.

Für den Prozessor, alle Interfaces und Leistungsverstärker ist ein 19" Rack mit ausreichender Belüftung, mindestens 25 HE, erforderlich.


VIVACE Rack mit Prozessor, Interfaces und Leistungsverstärkern




Planung und Installation

Das System wird durch Akustiker der Müller-BBM Acoustic Solutions GmbH oder eine zertifizierte Firma geplant. Zum Planungsumfang gehören alle erforderlichen Geräte: Prozessor, alle erforderlichen Audio-Interfaces, Leistungsverstärker, Lautsprecher inklusive Befestigungsbügel und Mikrofone.
Die Systemplanung erfolgt dabei mit Hilfe eines 3D Raummodells, das auf der Grundlage der Architekturzeichnungen erstellt wird. In diesem Modell werden die Positionen der Mikrofone und Lautsprecher festgelegt. Die ausführende Firma liefert und installiert die Geräte entsprechend den übergebenen Planungsunterlagen.
Die Freigabe zur Ausführung und das komplette Einmessen erfolgt ebenfalls durch Akustiker der Müller-BBM Acoustic Solutions GmbH.



typische Nachhallzeiten für acht Presets



Um die installierten Lautsprecher auch für Surroundsound und Einspielungen nutzen zu können, können zusätzliche Audioeingänge bereitgestellt werden, mit denen Line-Signale aus einem Mischpult oder einem Sourround-Prozessor wiedergegeben werden können. Diese Signale werden während der Programmierung in Absprache mit dem Nutzer den gewünschten Lautsprecherkanälen zugeordnet.




Technische Daten

Prozessor
- Audio-Interface: MADI optisch und Coaxial
- Audiosignalverarbeitung: 48 kHz, 24 bit
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
- Kanalanzahl Prozessor: maximal 64 Eingänge, 64 Ausgänge (optional 128 Ausgänge, optisch)
- Kanalanzahl MADI Interface:maximal 192 Eingangs- und 192 Ausgangskanäle (LWL und Coax)
- Steuerung: Ethernet, 100 Mbit/s, RJ-45
- Synchronisation: Wordclock In/Out, MADI In
- Betriebsüberwachung: Watchdog Funktion mit Relais-Kontakten
- Spannungsversorgung: 100 – 240 V 50/60 Hz
- Leistungsaufnahme: 600 W
- Betriebstemperatur: 0 – 40 °C
- Zulässige Luftfeuchtigkeit: 10% - 85% (keine Kondensation)
- Abmessungen: 19“, Tiefe 700 mm, 2x 4 HE
- Gewicht: ca. 35 kg


Müller-BBM Acoustic Solutions GmbH
Robert-Koch-Straße 11
82152 Planegg/München
Telefon + 49 89 85602-3205
Telefax + 49 89 85602-111
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